24.4.10

Lebenslängliche Sperre

Als Apple das iPad auf den Markt brachte, erwies sich die Nachfrage als größer als erwartet. Daher wurde u.a. der Verkaufsstart in Deutschland verschoben, während in den USA das Gerät bereits erhältlich ist.

Angesichts der Knappheit ist es verständlich, dass Apple fürs erste die Anzahl der iPads pro Kunde beschränkt hat. In den USA waren es zwei Exemplare pro Kunde und Tag. Ein Kunde in den USA hat nun für Freunde und Bekannte im Rest der Welt im Apple-Laden bei sich um die Ecke iPads erworben, stets unter Einhaltung dieses Limits. Dann gingen in dem Apple-Laden die iPads aus, und er mußte reservieren. Ein paar Tage später kam die Mail, dass sein iPad da wäre.

Als er es nun abholen wollte, wurde es ihm nach Überprüfung seiner Kreditkarte verweigert mit folgender Begründung seitens des Verkäufers:
I?m sorry sir, but you have reached your lifetime limit of iPad purchases and will not be allowed to buy any more.
Nein, das ist keine Erfindung von mir: in Protocol Snow steht die gesamte Geschichte.

Noch bizarrer wird es, als der Kunde nachfragte, wie hoch denn das "lifetime limit" wäre:
That information is not available.
Spätestens jetzt musste ich an das Rollenspiel Paranoia denken, wo dieser Satz mehrmals fast wortwörtlich vorkommmt.

Der ganze Vorgang ist so bizarr, dass man es kaum glauben möchte. Soweit mir bekannt, gab es noch nie einen Hardware-Hersteller, der einzelne Kunden für den Rest ihres Lebens von bestimmten Produkten ausgesperrt hat. Sollte das stimmen, so wäre es eine der bizarrsten geschäftlichen Entscheidungen, die mir je untergekommen sind.

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23.4.10

Google Street View erfaßt private WLANs: ein Skandal?

Gestern erschien folgende Meldung auf heise.de:
Wieder Wirbel um Street View: Deutsche Datenschützer erheben weitere Vorwürfe gegen Google. Der Suchmaschinen-Riese registriere für das ohnehin schwer umstrittene Street-View-Projekt auch private Funknetze, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar und des Datenschutzbeauftragten des Bundes, Peter Schaar, vom heutigen Donnerstag. Die Datenschützer fordern den "sofortigen Ausbau der WLAN-Scanner aus Google-Street-View Fahrzeugen". Caspar hält die Erfassung für "rechtswidrig".
Viele Medien stießen in ihren Meldungen in ein ähnliches Horn. Besondere Aufregung gab es, weil diese Erfassung angeblich "heimlich" geschehen sei.

Interessanterweise vertrat ein Artikel von Konrad Lischka auf SpOn eine andere Ansicht. Zuerst einmal sei Googles Erfassung von WLANs gar nicht heimlich:
Dass Googles Street-View-Autos auch die Position von Mobilfunkmasten und W-Lan-Hotspots erfassen können, ist seit 2008 bekannt. Da konnte man das bereits in Blogs lesen und auf Flickr sehen.
Außerdem erwähnt Lischka ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts, in dessen Rahmen 2008 ein 25km² großes Gebiet in Nürnberg auf WLANs untersucht wurde. Damals hat kein Datenschützer gegen diese Erfassung protestiert. Darüber hinaus ist seit 2008 in Deutschland (und anderen Ländern) die Firma Skyhook Wireless aktiv, erfaßt WLAN-Hotspots und Mobilfunk-Sendemasten und bietet diese Daten anderen Firmen an, damit diese darauf Positionsbestimmungen aufbauen können. Eine solche Positionsbestimmung ist z.B. im iPhone eingebaut. Auch gegen SkyHooks Tätigkeit hat meines Wissens nach niemals ein Datenschützer protestiert.

Google sammelt an Daten über WLANs lediglich MAC-Adresse, Position sowie den Namen (letzteren kann der Betreiber frei wählen). Die Namen veröffentlicht Google nicht, und MAC-Adresse und Position sind keine personenbezogenen Daten.

Ich halte die Kritik der Datenschützer an Google in diesem Fall für nicht gerechtfertigt. Ich habe den Eindruck, dass die "Verwerflichkeit" in diesem Fall vor allem daraus resultiert, dass Google die Daten sammelt (anders ausgedrückt: dass es sich um "Google-Bashing" handelt). Bei den oben erwähnten Projekten des Fraunhofer-Instituts sowie bei SkyHook hat niemals jemand protestiert. Insofern sehe ich hier keinen Grund zur Aufregung.

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18.4.10

Strahlend blauer Himmel dank Vulkanasche

blauer Himmel über Friedrichsdorf/Taunus; Blick nach Osten in Richtung Spessart

Dieses Foto zeigt den blauen Himmel über Friedrichsdorf, fotografiert in Richtung Osten (Spessart). Die Besonderheit an diesem Bild: es sind keinerlei Kondensstreifen zu sehen. Zu verdanken ist das der Asche des Vulkans unter dem Eyjafjallajökull.

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16.4.10

Island: "Black Report" and "black ash"

Diese Woche war in Island einiges los: zuerst wurde am Montag der sog. "Black Report" der Althing-Kommission zur Aufarbeitung der isländischen Finanzkrise veröffentlicht, genauer. im isländischen Fernsehen auszugsweise vorgetragen. Hier die Twitter-Reaktionen der Bloggerin Alda auf den Report. Einige davon finde ich sehr erhellend. Es zeichnet sich ab, was ich vermutet habe: die Krise wurde ermöglicht durch diverse "Liberalisierungen" der Finanzmarkt-Vorschriften. Vornean bei diesen Liberalisierungen standen die Regierungen unter der Führung von David Oddsson (Amtszeit 1991-2004), der sich passenderweise am Freitag ins Ausland abgesetzt hat.

Und dort wird er u.U. bleiben müssen. Denn man Dienstag brach unter dem Eyjafjallajökull ein Vulkan aus und sorgte u.a. für einen Gletscherlauf. In die Ringstraße (Hringvegur) mussten drei Löccher geschnitten werden, damit die Flut den Straßendamm nicht wegspülte. Hier ein Video des Gletscherlaufs:



Der oben gezeigte Gletscherlauf ist übrigens relativ klein, nur 1000 m³/Sekunde. Gletscherläufe der Katla können das Zweihundertfache erreichen. Einen solchen habe ich mir übrigens zum Vorbild genommen in meiner Kurzgeschichte "Der Lauf des Gletschers". Übrigens gibt es Geologen, die einen Katla-Ausbruch für möglich halten. Zum einen ist die Katla überflääig, zum anderen folgte schon 1821 ein Katla-Ausbruch dem Ausbruch des Eyjafjallajökull.

Der Vulkanstaub aus der zweiten Eruption legt inzwischen große Teile des Flugverkehrs in Europa lahm, neuerdings auch den Frankfurter Flughafen. Dafür sind heute abend spektakuläre Sonnenuntergänge zu erwarten. Ich bin gespannt.

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Peter Steele gestorben

Type O'Negative October Rust Promo: 3.v.l.: Peter Steele

Viele Konzerte habe ich im Laufe meines Lebens besucht. Ein paar davon sind mir gut im Gedächtnis geblieben. Eins davon war das Konzert von Type O'Negative in der Hugenottenhalle Neu-Isenburg im Jahre 1997. Diese Band war geprägt durch ihren Frontmann Peter Steele. Er lockerte das Konzert auf durch einige witzige Bemerkungen, etwa "Ich spiele nun ein Cover: 'Light my Fire' von den Doors. Wer das nicht mag, der kann solange aufs Klo gehen und pinkeln" (wörtlich 'have a piss'). Das war typisch für seinen Humor.

Seine Liedtexte waren teilweise recht bissig, etwa "Black #1" über ein "gothic girl". Paradoxerweise brachte ihm dieser Song haufenweise Fans unter den weiblichen Goths (entweder hatten diese Humor oder die Satire nicht verstanden). Böse war auch "Christian Woman" über eine religiöse Fundamentalistin, die ihre "schlimmen" sexuellen Bedürfnisse auf Jesus projiziert:




Gestern habe ich via Twitter erfahren, dass Peter Steele am 14.04.2010 (also vorgestern) einem Herzinfarkt erlag. Er wurde nur 48 Jahre alt. Ich trauere um ihn.

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10.4.10

Die ersten Erdbeeren dieses Frühlings

Erdbeerbecher 2010, wiederum im Café auf der Mathildenhöhe

Auch dieses Jahr habe ich wieder das erste Frühlingswochenende gefeiert, indem ich im Café auf der Mathildenhöhe einen Erdbeerbecher mit Vanilleeis verzehrt habe.
Rechtsanwalt verklagt Verlag wegen Romannebenfigur mit ähnlichem Namen

Eigentlich wollte ich auf der Website des KBV-Verlags nach neuen Regionalromanen suchen. Als erstes sprang mir jedoch eine Pressemeldung ins Auge:
Ein nicht mehr praktizierender Rechtsanwalt aus Esslingen hat unseren Verlag auf Schadenersatz verklagt. Er behauptet in einem Roman unseres Autors Klaus Wanninger eine Verletzung seines Persönlichkeitsrechts zu erkennen, weil darin ein Jurist ähnlichen Namens vorkomme.
Die vom dem Anwalt geforderte Schadenssumme für "seinen" Kurzauftritt beläuft sich auf sage und schreibe 30.000 EUR (in Worten: dreißigtausend Euro!).

Zum Detail führt der KBV-Verlag aus:
Auch unser geschätzter Autor Klaus Wanninger, im nichtliterarischen Leben Religionslehrer, weist den Vorwurf aufs Schärfste zurück und widerlegt ihn in einer ausführlichen Stellungnahme.

So werde die Figur ausschließlich in einem einzigen Kapitel erwähnt. Sie werde nicht weiter beschrieben, auch gebe es keinerlei Zuordnung zu einer bestimmten Stadt. Die Namensähnlichkeit sei Zufall: "Ich kann als Schriftsteller nicht sämtliche Listen in Baden-Württemberg und Deutschland praktizierender Anwälte überprüfen, um Namensähnlichkeit oder -gleichheit zu vermeiden. Hinzu kommt, dass mein Roman 2006 geschrieben und veröffentlicht wurde, der Kläger nach eigenem Bekunden aber nur bis Dezember 2000 als Rechtsanwalt tätig war."

Im gesamten Raum Stuttgart-Esslingen, darauf weist interessanterweise der Kläger selbst hin, wird außerdem in keiner Telefonliste eine Person mit der im Buch verwendeten Schreibweise des Namens aufgeführt. Andererseits sei der ähnlich klingende Name des Klägers in der Region recht häufig und, sagt Wanninger, dürfe daher als "typisch schwäbischer Name gelten".
Meiner Meinung nach ist die Klage völlig gegenstandslos. Die Parallelen zwischen dem Kläger und der Romanfigur - eine absolute Nebenfigur - beschränken sich auf den Beruf, eine Ähnlichkeit des Namens sowie die Region, in der sie wohnen. Wie der Kläger hieraus eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten ableiten will, ist mir völlig schleierhaft - mehr noch: es kommt mir völlig absurd vor.

Ich hoffe, dass das Landgericht Stuttgart, das für die Klage zuständig ist, sie als absurd erkennt und abweist. Sollte der Kläger damit durchkommen, dann müßte in Zukunft jeder Autor bei jedem Roman alle Nebenfiguren überprüfen, ob es zufällig irgendwo eine lebende Person ähnlichen Namens gibt. Oder alle Nebenfiguren würden Müllermeierschulz heißen.

Ansonsten kann ich Klaus Wanninger nur empfehlen, im Falle einer Niederlage bis zum Bundesverfassungsgericht zu gehen. Spätestens dort sollte der Spuk enden.

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9.4.10

David Oddsson verreist

Nächsten Montag erscheint voraussichtlich der Bericht über die isländische Finanzkrise, verfaßt von einer Sonderkommission, die von der "Investigatorin" Eva Joly.

In diesem Zusammenhang steht offenbar eine Meldung des Nachrichtendienstes IceNews: David Oddsson, ehemaliger Premierminister Islands (von 1991 bis 2004), hat das Land mit unbekanntem Ziel verlassen. Da Oddsson zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Krise Chef der isländischen Zentralbank war, ist anzunehmen, dass er in dem Bericht des öfteren erwähnt werden wird.

Ich selbst hoffe, dass die Kommission auch überprüft hat, inwiefern Gesetzesänderungen aus David Oddssons Amtszeit mit zur Krise beigetragen haben.

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4.4.10

Dampfzugfahrt zum Bessunger Forsthaus

Dieses Jahr fuhr ich zum ersten Mal zum Bessunger Forsthaus mit der Museumsbahn.

Schild des Bahnsteigs 3

Los ging es am Bahnsteig 3, mit historischer Beschilderung.

Osterhase vor Museumsbahn

Dort erwartete uns (d.h. Alissa, ihre Tochter Johanna und mich) schon die Lok 184 des Eisenbahnmuseums Kranichstein, zusammen mit dem Osterhasen.

Kondukteur

Auch das Zugpersonal - alles Ehrenamtliche des Eisenbahnmuseums, die dafür einen Teil ihrer Freizeit opferten - war historisch gekleidet.

Haltepunkt "Bessunger Forsthaus"

Die Fahrt ging quer durch den Wald zum Haltepunkt Bessunger Forsthaus, an dem die Strecke leider endet.

V62, Frontaufnahme

Dort entdeckten wir, dass der Zug auch von einer historischen Diesellok gezogen wurde.

Lok 184 unter Dampf am Bessunger Forsthausv

Am anderen Ende des Zuges war Lok 184 unter Dampf, und bot im Wald ein wunderbares Fotomotiv.

Das Wetter war die ganze Zeit gut, nur am Ende, als wir wieder in Darmstadt-Ost angekommen waren, wurde es schlecht (incl. Hagel). Aber vorher gelang mir noch ein genialer Schnappschuss:

alt trifft neu

"Alt trifft neu": sprich: die Lok 184 trifft einen Itino der Odenwaldbahn.

Insgesamt war es eine sehr schöne Fahrt, die dank des mitfahrenden Osterhasens für Kinder nochmals ein Extra bietet. Ich kann sie daher jedem nur empfehlen.

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3.4.10

Das hessische Geschichtsquiz und die Piraten der Karibik

Gerade eben habe ich mich gewundert, warum in der Sendung "Das große Geschichtsquiz - Teil 2" die ganze Zeit das Thema aus "Fluch der Karibik" angespielt wurde. Da fiel mir ein, dass das Thema von Klaus Badelt stammt, der in Frankfurt am Main geboren wurde. Daher paßt die Musik in gewisser Weise zu einer Sendung, die sich ausschließlich mit hessischer Geschichte beschäftigt.

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