9.1.08

Simone de Beauvoir 1908-1986

Die französische Autorin Simone de Beauvoir wurde heute vor hundert Jahren in Paris geboren. Sie hat sich ihr Leben lang für die Gleichberechtigung der Frauen eingesetzt. Dabei war sie sehr konsequent und schreckte nicht davon zurück, auf allen Seiten anzuecken:
Beauvoir war immer wieder heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Neben der zu erwartenden Kritik aus dem bürgerlich-konservativen Lager legte sie sich auch mit der Linken an, weil sie (vor allem in späteren Jahren) davon überzeugt war, dass sich die Unterdrückung der Frau nicht automatisch im Kommunismus auflösen würde. Auch von Feministinnen wurde sie angegriffen. Im Zentrum der Kritik standen dabei meist ihre Beschreibungen des weiblichen Körpers und ihre ?Entmystifizierung? der Mutterschaft.
schreibt die Wikipedia (abgefragt am 9.1.2008, also heute).

Im besagten Wikipedia-Artikel steht auch drin, dass einige heute Simone de Beauvoir als Vertreterin eines "altbackenen Feminismus" ansehen. Wer so argumentiert, der übersieht, dass Simone de Beauvoir zu Beginn ihrer Schaffenszeit (zur Mitte des 20. Jahrhunderts, also um 1950 herum) eine Gesellschaft vorfand, in der die Frauen weitestgehend auf die Rolle als Hausfrau und Mutter beschränkt waren. Für die damalige Zeit waren ihre Analysen und Forderungen bahnbrechend. Sollten sie heutzutage "altbacken" erscheinen, so liegt dies an gesellschaftlichen Veränderungen - und zwar an solchen, die Simone de Beauvoir mit initiiert hat. Wer also von "altbackenenm Feminismus" spricht, der wirft Simone de Beauvoir letzten Endes vor, dass sich die Gesellschaft seit den Fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts geändert hat - mit anderen Worten: der Vorwurf gegen Simone de Beauvoir ist Unfug.

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20.11.07

Nachschlag zum Thema Misandrie

Und nun noch ein Nachschlag zum Thema "Misandrie", ein Zitat von Doris Lessing, Literaturnobelpreisträgerin 2007:
Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird. Es ist Zeit, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Frauen sind, die ständig die Männer abwerten. Die dümmsten, ungebildetsten und scheußlichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren, und niemand sagt etwas dagegen. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun
Keine Angst, Mrs. Lessing, dieser Aufforderung komme ich im Bedarfsfall gerne nach :)))

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Sind Männer Schweine?

Gerade habe ich etwas in der Wikipedia entdeckt:
Die Journalistinnen Angela und Juliana von Gatterburg problematisieren in ihrem Buch "Liebe Drama Wahnsinn ? Wie Frauen endlich glücklich werden" (Goldmann Verlag, 2005) einen Männer abwertenden Biologismus in der populären Sachbuchliteratur: "Liest man die verschiedenen modernen Theorien über Männer, wundert man sich, dass sie nicht regelmäßig gemeinsam in die Wälder verschwinden, um dort wie eine Horde Wildschweine zu jagen, im Erdreich zu buddeln und zu grunzen. Warum einige Männer aus der Art schlagen und keineswegs damit beschäftigt sind, ihren Samen immerzu an die Frau zu bringen, sondern lieber Autos bauen, dem Nobelpreis entgegenforschen und wunderbare Romane schreiben, erklären uns die Anthropologen leider nicht."

Frauen hingegen würden als das "von Natur aus friedliche, freundliche, sozial überlegene Geschlecht" beschrieben. Bei einer weltweiten Studie sollten den beiden Geschlechtern positive und negative Eigenschaften zugeordnet werden. Das Ergebnis war, dass Frauen kulturübergreifend als die "besseren Menschen" galten, liebevoll, freundlich und gut, während Männer eher mit Negativem in Verbindung gebracht wurden. Schließlich erschienen sie ja auch in der populären Darstellung als "soziale und sexuelle Idioten, die man einer gründlichen Dressur unterziehen muss".

Während dieser Volksglaube nicht mit tatsächlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen in Deckung zu bringen sei (hier führen die Gatterburgs verschiedene Studien an), beeinträchtige dies das männerfeindliche Weltbild vieler Frauen und Männer keineswegs: "Das Beharren darüber, wie Männer so sind, kippte irgendwann ins bornierte Vorurteil und offenbarte eine erstaunliche Intoleranz" befinden die Autorinnen. Sie beklagen "Frauen (?), die sich für Superfrauen halten und in ständiger Empörungsbereitschaft sind, wenn es um Fehler der Männer geht." Diplompsychologen des Kölner Marktforschungsinstituts Rheingold zufolge verursacht diese enorme Erwartungshaltung des weiblichen Geschlechts aktuell eine handfeste Krise für Männer. Während diese "politisch korrekt auf die Bedürfnisse der Frauen eingehen müssten", kämen ihnen die Frauen dabei nicht etwa hilfreich entgegen, sondern meldeten zurück, dass, egal wie die Männer sich verhielten, es immer "falsch" war.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass da etwas wahres dran ist.

Nebenbei bemerkt: ich bin auch aus der Art geschlagen. Ich denke oft über mein Romanprojekt nach. Aber vermutlich bin ich gar kein richtiger Mann. So, und jetzt nervt mich das alles, ich nehme meine Keule und gehe wieder in den Wald, mein Erdloch ruft. :)

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