13.2.05

Dresden, Februar 1945



In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 (also vor genau 60 Jahren) legten 773 Bomber der Alliierten die Stadt Dresden in Schutt und Asche. Dabei starben (nach modernen Schätzungen) etwa 35.000 Menschen, der Großteil davon Zivilisten.

Ich erfuhr von der Bombardierung Dresdens erstmals im Alter von 7-8 Jahren, als ich Erich Kästners Kindheits-Erinnerungsbuch "Als ich ein kleiner Junge war" las. Im Vorwort dieses Buches (das ansonsten von der Zeit 1899-1914 handelt) geht Erich Kästner, gebürtiger Dresdner und Augenzeuge der Zerstörung, auf den Anblick Dresdens nach dem Luftangriff ein. Er schildert das stumme Entsetzen, das er empfand; ihm fehlten damals regelrecht die Worte, es zu beschreiben. Mir ist die Passage recht eindringlich geblieben. Leider kann ich die Stelle nicht zitieren, da sich das fragliche Buch im Besitz meiner Eltern befindet, die 170 km von mir entfernt wohnen.

Für mich gibt es aus der Zerstörung Dresdens nur eine Schlußfolgerung: Nie wieder darf ein solcher Krieg stattfinden, egal ob in Deutschland oder sonstwo! Ebenso ist mir eins wichtig: ein Kriegsverbrechen wie die Zerstörung Dresdens kann meiner Ansicht nach nicht mit anderen Kriegsverbrechen aufgerechnet werden. Schon gar nicht darf Dresden herangezogen werden, um den Holocaust zu relativieren, wie es gewisse rechtsradikale Kreise immer wieder versuchen. Dieselben Kreise versuchen übrigens immer wieder, die Opferzahlen in die Höhe zu rechnen. Nach einem Artikel in der FAZ von gestern scheinen die meisten Historiker heute von 35.000 Toten auszugehen, wobei die genaue Zahl eigentlich egal ist - für mich ist jeder Tote, der damals umkam, einer zuviel, unabhängig von der Gesamtzahl.

Ob die Zerstörung Dresdens militärisch notwendig war? Schon damals war der Befehl unter den britischen Kommandeuren, die ihn ausführten, umstritten. Heute sind einige Militärhistoriker der Ansicht, dass die Briten damals sich auf auf die Bombardierung der Rüstungsindustrie hätten beschränken können; das wäre, militärisch gesehen, genauso effektiv gewesen - aber es hätte wesentlich weniger Todesopfer und Verletzte verursacht.

3 Kommentare:

Anonymous Anonym meinte...

dieses buch von kästner mochte und mag ich besonders...

ich werde mich immer daran erinnern, wie meine großmutter aus görlitz sagte, dass sie damals am fenster stand und von da aus den himmel brennen sah - 100 km liegen zwischen görlitz und dresden. als kind stand ich dann immer auf ihrem balkon und versuchte, irgendwas von dresden am horizont zu entdecken.

su

9:28 AM  
Anonymous Peter meinte...

Die offizielle Zahl von 35 000 kann niemals stimmen. Und die neueste Veröffentlichung unserer Politiker, es seien 25 000, ist eine Beleidigung der Toten. Wir sollten niemals solche Lügen hinnehmen.

Die Zahl KANN gar nicht stimmen, weil im zerstörten Gebiet ca. 200 000 Dresdner wohnten, und aus dem Feuersturm konnten nur wenige entkommen.

Hinzu kommt, dass mindestens 250 000 Flüchtlinge aus Schlesien in der Stadt waren zum Zeitpunkt des feigen Angriffs. Sie waren alle am Hauptbahnhof, im Zentrum des Feuersturms, sie kannten die Stadt nicht. Das heisst, sie hätten nicht gewusst wie sie das Elbufer ereicht hätten (und selbst dort wären sie von Tieffliegern niedergemäht worden), das heisst sie hattten KEINE chance.

Wieviele also ermordet wurden, kann sich jeder selbst ausrechnen. An die offizielle Zahl noch eine -null dranhängen, dann haben wir die Mindestzahl.

1:42 AM  
Blogger *V.K.* meinte...

Eine Diskussion über die genauen Opferzahlen halte ich nicht für zielführend.

8:28 AM  

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