27.9.06

Neue Erkenntnisse aus Pioneer 10 und 11

Seit meiner Jugend sind mir die Pioneer-Sonden ein Begriff. Ich erinnere mich noch darin, wie ich bei meinem ersten Frankreich-Aufenthalt in einer französischen Jugendzeitschrift einen Artikel über Pioneer 10 und 11 las. Beide Sonden flogen an Jupiter vorbei (Pioneer 11 auch an Saturn) und machten dabei spektakuläre Photos. Durch den Vorbeiflug an den Riesenplaneten erhielten sie soviel Schwung, dass sie aus dem Sonnensystem herauskatapultiert wurden. Seitdem verfolgt die NASA ihre Flugbahnen, die übrigens genau entgegengesetzt verlaufen.

1980 fiel der Flugkontrolle erstmals auf, dass Pioneer 10 von seiner vorausberechneten Bahn abwich. Eine unbekannte Kraft - zusätzlich zur Gravitation der Sonne - bremste die Sonde ab. Zunächst wurde dem keine Beachtung geschenkt. Schließlich hatte die Sonde ihre Aufgabe erfüllt; außerdem hielt man es für einen Meßfehler bzw. ein unbedeutendes technisches Problem. Dann aber trat dieselbe Abweichung auch bei Pioneer 11 auf, die - s.o. - in entgegengesetzter Richtung das Sonnensystem verließ. Daraufhin wurden die WIssenschaftler hellhörig und begannen, den Effekt, der inzwischen den Namen "Pioneer-Anomalie" erhielt, zu überprüfen.

Was aber ist die Ursache? Nach dem derzeitigen Stand der Dinge sind Meßfehler ausgeschlossen, sondenspezifische Defekte können ebenfalls so gut wie ausgeschlossen werden. Mögliche "externe", nicht- sondenabhängige Erklärungen sind zum einen unbekannte Objekte im Kuipergürtel und Reibungswiderstand durch interstellare Materie. Zum anderen könnte es sich auch auf Hinweise auf eine Erweiterung der Newtonschen Mechanik handeln, oder um Gravitationseffekte durch Dunkle Materie.

So können selbst die an sich "toten" Pioneer-Sonden auch heute noch Erkenntnisse liefern - in Bereichen, die man beim Start der Sonden nicht für möglich gehalten hätte.

Gefunden bei SpOn.