8.1.06

Zahnkerben bei WIkingern

Auf einen bisher weithin unbeachteten Aspekt der Wikingerkultur weist ein Artikel hin, den ich bei MM gefunden habe: bei 24 Männerskeletten auf vier Wikingerfriedhöfen hat die Archäologin Caroline Arcini Einkerbungen in den Zähnen gefunden:
Die Einkerbungen an den Zähnen der 24 Männerskelette bestanden häufig aus doppelten oder gar dreifachen horizontalen Linien. Frauenskelette mit derartigen Veränderungen fanden sich hingegen nicht. Die Einkerbungen sind mit großer Fingerfertigkeit tief in den Zahnschmelz eingefeilt worden, berichtet Arcini. Es ist nicht sicher festzustellen, ob der Prozess schmerzhaft war, doch zumindest muss er sehr unangenehm gewesen sein, vermutet die Forscherin. Sie schließt daher nicht aus, dass die Einkerbungen ein Zeichen der Fähigkeit sein könnten, Schmerzen zu ertragen.

All diese Männerskelette stammen aus der Zeit um das Jahr 1000. Interessanterweise waren zur selben Zeit bei amerikanischen Ureinwohnern ebenfalls Zahnkerbungen in Mode. Könnte hier ein Zusammenhang bestehen, der eventuell durch Leif Erikssons Vinlandfahrt hergestellt wurde? Falls ja, wäre dies der erste kulturelle Austausch zwischen Alter und Neuer Welt.