12.4.04

Kindergeburtstage und das 20. Jahrhundert

Heute läuft auf Phoenix (zu empfangen über Astra und evtl. über Kabel) eine Serie "100 Jahre - der Countdown". Hierin wird das 20. Jahrhundert behandelt.

Als ich nach dem Mittagessen eingeschaltet habe, kam gerade 1933 - "Hitlers Machterschleichung" (schönes Wort, muss ich mir merken). Danach kam Maos Langer Marsch, dann der spanische Bürgerkrieg. Da habe ich ausgeschaltet. Mir ist aufgefallen, dass nun etliche sehr unerfreuliche Kapitel kommen (Stalin, Pogrome, Zweiter Weltkrieg etc.) das wollte ich dann doch nicht sehen. Ich schalte erst wieder um 19 Uhr ein, dann ist die Mondlandung angekündigt. Und 1989 werde ich auch nicht verpassen.

Im Rückblick betrachtet war das 20. Jahrhundert wohl ein sehr zwiespältiger Abschnitt der Menschheitsgeschichte. Auf der einen Seite einige Erkenntnisfortschritte (Quantenmechanik, Kosmologie) und Pionierleistungen (Mondlandung, Computer, UNO - auch wenn letztere inzwischen quasi "zahnlos" geworden ist), auf der anderen Seite Fanatismus, Haß, Zerstörung, Völkermord etc. Mir kommt ein Zitat aus "Star Trek IV" in den Sinn, wo Captain Kirk das 20. Jahrhundert als "dunkles Zeitalter mit barbarischen Sitten und Gebräuchen" (oder so ähnlich) umschreibt. In jedem Fall verstehe ich die Leute nicht, die das Schimpfwort vom "finsteren Mittelalter" gebrauchen. Ohne jetzt irgendetwas verharmlosen zu wollen - verglichen mit den Schrecken des 20. Jahrhunderts war das Mittelalter der reinste Kindergeburtstag!

Andererseits fängt das 21. Jahrhundert genauso schlimm (oder noch schlimmer) an, wie das 20. aufgehört hat - mit dem 11. September. Großartig!!