Die Motivation des Investors

Posted by Volkmar on 1st September 2011 in Island, Wirtschaft, nordisch

Sogar SpOn berichtete bereits darüber: Im Nordosten Islands will der chinesische Multimillionär und Investor Huang Nubo die 300 km² große Farm Grímsstadir á Fjöllum (so der Name laut Island Blog) erwerben, um dort ein Luxushotel und einen Golfplatz zu errichten. Viele Isländer fragen sich, was hinter diesem Plan steckt. Auch ich habe mir meine Gedanken dazu gemacht.

Zuerst einmal habe ich versucht, die genaue Lage zu recherchieren. Nach Eingabe von “Grímsstadir á Fjöllum” fand ich in Google dieses Gästehaus, das offenbar auf dem Gelände liegt, für das sich der Investor interessiert. Die Lage stimmt mit der Beschreibung im Island Blog gut überein. Es liegt also wirklich “in the middle of nowhere”, wie das Blog schreibt:

Das Land liegt im Rand des östlichen Hochlandes und dürfte im Winterhalbjahr schwer erreichbar sein, so das sich der Tourismus im wesentlichen auf die drei Sommermonate beschränken dürfte. Auch gibt es in dieser Ecke des Landes keine internationale Anbindung – Keflavik dürfte auf dem Landweg etwa 700km entfernt sein, so das für die angepeilte Zielgruppe zusätzlich Flugmöglichkeiten zu schaffen wären um dorthin zu kommen.

Anzumerken ist, dass sich in ca. 40 km Entfernung am Myvatn in der Gemeinde Reykjahlíð ein kleiner Flughafen liegt, der zumindest von Cessnas angeflogen werden kann. Außerdem ist Egilsstaðir, das einen größeren Flughafen mit teilweise internationalen Verbindungen aufweist, ca. 120 Straßenkilometer entfernt. Die Argumentation mit der saisonalen Nutzung teile ich mit dem Island-Blog: Nutzen könnte man das Luxushotel wahrscheinlich nur von Anfang Juni bis Ende August, maximal Mitte September. Es sei denn, der Investor rechnet heimlich mit einer starken globalen Erwärmung…

Zunächst einmal ist es meiner Meinung nach falsch, ausländische Investitionen pauschal abzulehnen. Dennoch finde ich es richtig, die geplante Investition genauer unter die Lupe zu nehmen.

Stutzig macht mich vor allem die Größe des Geländes von sage und schreibe 300 km² (!). Für ein Luxushotel und einen Golfplatz erscheint mir das überdimensioniert. Zum Vergleich habe ich die übliche Größe von Golfplätzen recherchiert und auf Yahoo!clever eine halbwegs gesicherte Angabe gefunden:

Die durchschnittliche Größe der im Regierungsbezirk Düsseldorf bestehenden und genehmigten 18-Loch-Golfanlagen liegt bei ca. 75 ha (9-Loch-Golfanlage: 26 ha); die durchschnittliche Größe der geplanten Golfsportanlagen liegt bei 115 ha bzw. 36 ha.
[...]
Die Größen der bestehenden und geplanten 18-Loch-Golfsportanlagen im Regierungsbezirk Düsseldorf liegen zwischen 36 ha (Hünxe Bruckhausen) und 160 ha (Bedburg-Hau Golfpark Schloß Moyland) bzw. 9-Loch-Golfsportanlagen zwischen 8 ha (Krefeld-Trabrennbahn) und 55 ha (Issum Lamerong). Teilweise kommen weitere Flächen hinzu durch Einbeziehung vorhandener ökologisch wertvoller Gebiete ohne jede Spielfunktion.

160 ha, das sind 1,6 km². Selbst wenn der Golfplatz also zehnmal so groß werden sollte wie der bei Schloß Moyland, so wären das gerade 16 km² – weit entfernt von den 300 km². Mir stellt sich daher die Frage, ob der Investor wirklich nur ein Hotel und einen Golfplatz bauen will. Aber was? Der Verfasser des Island-Blogs nennt als weitere mögliche Gründe für den Landkauf:

Die Frage nach möglichen anderen Interessen lässt sich relativ schnell beantworten: Durch dieses Gebiet fliesst einer der grössten bisher unregulierten Gletscherflüsse des Landes, die Jökulsá á Fjöllum. Zusätzlich gibt es in der Nähe bereits Geothermalgebiete, die zur Energiegewinnung ausgebeutet werden. Von Seiten des Investors wurde ein Interesse an Wasser- und Energierechten allerdings verneint.

Wo also liegt die Motivation des Investors? Was soll auf dem riesigen Gelände noch eingerichtet werden? Mir kommt das merkwürdig vor. Weitere Skepsis wird genährt durch diesen Blogeintrag, dessen Autorin offenbar Huang Nubos bisherige Investortätigkeiten unter die Lupe genommen hat und dabei das Fazit zieht:

His company website indicates that most of this [Investitionsprojekte, AnmdVK] is still no further developed than to the computer picture stage.

Ich hoffe, dass sich die isländischen Behörden, bevor sie den Landkauf genehmigen, erst einmal detaillierte Pläne vorlegen lassen, wo auf dem Gelände das Hotel und der Golfplatz untergebracht werden sollen. Auf dem 300 km² könnte man sogar einen eigenen Flughafen bauen.

3 Responses to “Die Motivation des Investors”

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