Tolkien Thing 2011

Posted by Volkmar on 17th Juli 2011 in Fantasy, Kino, Kultur, Selbstreferentielles

Motto des Tolkien Things 2011

Die jährliche Hauptversammlung der Deutschen Tolkien Gesellschaft heißt seit Bestehen derselben “Tolkien Thing”. In diesem Jahr fand sie statt auf Burg Breuberg, inspiriert u.a. durch den Besuch der Burg nach dem Tolkien Tag Rhein Main in Eppertshausen. Da ich nur etwa 45 Minuten von der Burg entfernt wohne, war ich dieses Jahr als Tagesgast am Samstag anwesend – was übrigens zum ersten Mal auf einem Thing möglich war.

Ich traf gegen halb zwölf ein und wurde sofort von der Orga herzlich empfangen und zur Anmeldung geleitet. Danach habe ich mich im Händler-Verkaufsraum mit Martina und Christoph unterhalten, u.a. über Wikingerschiffe. Zum Mitttagessen musste ich mich leider von den anderen trennen und in der Burgschänke essen. Die Burgschänke kann ich nur empfehlen, sie bietet gutes Essen zu zivilen Preisen – so kosten etwa selbstgebackene Tortenstücke nur 2,50 EUR, und die Qualität ist hervorragend!

Danach folgte als erstes ein anspruchsvoller Vortrag von Thomas Fornet-Ponse über “Tod und Sterben in Mittelerde”, der schnell um die Frage kreiste, ob die Elben in Mittelerde einen freien Willen haben oder nicht (die Tolkienforscher sind sich in der Frage uneins). Als nächstes hielt Heidi Steimel im Burghof einen Vortrag über “Humor im Herrn der Ringe”. Dabei tauchten jede Menge humorvolle Stellen auf – auch einige, die mir gar nicht mehr bewußt gewesen waren. Beide Vorträge haben mir sehr gut gefallen.

Danach machte ich eine Stunde Pause, setzte mich im Burghof in den Schatten und trank eine Flasche Mineralwasser.

Sauronsauge und kleines Schild

The Trouble of the Rings

Der nächste Vortrag war für mich einer der Höhepunkte des Tages. Peter Klassen und seine Frau Elsa Yaskovskaya stellten das Fanprojekt “The Trouble of the Rings” vor. Dieses Fanprojekt entstand als Reaktion auf den ersten HdR-Film von Peter Jackson. Mehrere Mitglieder des russischsprachigen Forums henneth-annun.ru waren mit bestimmten Aspekten der Peter-Jackson-Verfilmung nicht einverstanden, so entschlossen sie sich, diese zu parodieren. Bei der Umsetzung ließen sie viel Phantasie walten. So gilt etwa folgendes: Menschen tragen Jeans, Orcs tragen Tarnfarben im Gesicht bzw. Militärkleidung (falls es Uruk-Hai sind), und Hobbits tragen Pyjamas und Hausschuhe :) Auch bei den Fortbewegungsmitteln war eine Umsetzung notwendig: So wurden aus Pferden Fahräder, aus Ponys Cityroller und aus Olifanten Autos – und Gandalfs Pferd Shadowfell wird durch eine Harley dargestellt. Ein weiteres Problem war der Männermangel auf dem Forum, daher werden z.B. die vier Hobbits und Saruman (im Film “Sarumama”) durch Frauen dargestellt, dafür wird Goldbeere (Tom Bombadils Ehefrau) von einem Mann gespielt. Passend dazu spielte etwa Elsa Yaskovskaya den Elben Haldir.

Nach dem Erfolg der ersten Parodie konnte es natürlich nicht ausbleiben, dass auch die anderen beiden Teile parodiert wurden.

Die drei Filme sind als “DeLuxe-Ausgabe” – russischer O-Ton mit englischen oder deutschen Untertiteln – auf DVD erhältlich (Bestellung über trouble.thehutt.de ) , wer will, kann die Filme auch auf vimeo betrachten.
The Trouble of the Rings 1: The Fellowship
The Trouble of the Rings 2: The Towers
The Trouble of the Rings Returns: King-size

A Long-Expected Party

Nach dem Abendessen, das ich wiederum getrennt in der Burgschänke einnehmen musste, kam noch die “Long-Expected Party”. Bei ihr führten viele der Teilnehmer eigene Stücke auf. Es waren so viele, dass ich sie gar nicht alle einzeln würdigen kann. Im Kopf geblieben ist mir etwa die Auszüge aus Howard Shores Filmmusik, vorgetragen auf wunderschöne Art und Weise von Annika Röttinger (Flöte, Gesang) und Heidi Steimel (Klavier), Christoph als Merry, Jens mit seinen umgeschriebenen Songtexten (“We are the Hobbits” z.B. statt “We are the Champions”) und die Grußworte der Österreichischen Tolkiengesellschaft, und noch zwei Puppenstücke, bei denen ich eins sehr gut fand, das andere weniger. Sorry an alle, die ich hier vergessen habe.

Insgesamt war es ein sehr schöner Tag, bei dem auch das Wetter mitspielte. Ein fettes Danke an dieser Stelle an die Orga, vor allem für die Tatsache, dass es das erste Mal Tagesgäste gab. Als Vorschlag bleibt mir, beim nächsten Thing dafür zu sorgen, dass die Tagesgäste auch an den normalen Mahlzeiten teilnehmen können – auch wenn es dafür etwas teurer werden wird.

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